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Konfrontation? Kooperation!

     Info-Brief 3/2004 - "Konfrontation? Kooperation!"




Vor kurzem habe ich einen interessanten Vortrag über EM (Effektive Mikroorganismen) gehört. Die von dem japanischen Agrarwissenschaftler Prof. Dr. Teruo Higa entdeckte Bakterienmischung vereinigt mehrere Bakterienarten, die sich nach herrschender Lehrmeinung nicht miteinander vertragen: Sauerstoffbildende Bakterienstämme mit anderen Stämmen, die ohne Sauerstoff (anaerob) leben. Doch die durch Zufall entdeckte Symbiose und daraufhin näher erforschte und verfeinerte Mischung dieser scheinbar gegensätzlichen Mikroorganismenstämme hat es in sich: Die Anwendungsmöglichkeiten sind so weit gefächert, dass sie in fast jeden Lebensbereich hilfreich sein können!

In Afrika wurden mit Hilfe der EM bereits Wüsten urbar gemacht, in Japan das Seto-Meer, ein umgekipptes Binnenmeer, von einer stinkenden Kloake in ein gesundes Gewässer mit unzähligen Meerestieren und -pflanzen umgewandelt, in Nordkorea die gesamte Landwirtschaft saniert und als Folge davon die Versorgungsprobleme gelöst. Auf Bali wurden Zwischenernten bei Gemüsen ohne den Einsatz von Pestiziden und Kunstdünger und ohne Unkrautjäten erzielt. In Südafrika stellte man damit die Verhinderung von Infektionskrankheiten im Krankenhaus unter Beweis, in den USA senkte man die Sterberate bei Haus- und Nutztieren drastisch.

Weitere Anwendungsbereiche umfassen den ganz persönlichen Bereich: Von der Einsparung von Waschmitteln in Spül- und Waschmaschinen, der Regeneration der natürlichen Bakterienbesiedelung im menschlichen Darm und damit einhergehend einer drastisch verbesserten Gesundheit, der Verbesserung der Clusterstruktur im Wasser bis hin zum Geruchsabbau, z.B. bei nach Zigarettenrauch stinkender Kleidung sind der Phantasie (fast) keine Grenzen gesetzt!

Kein Wunder, dass Prof. Higa's Buch den Titel trägt: "Eine Revolution zur Rettung der Erde". Die Revolution, um die es dabei geht, ist aber für mich persönlich weit größer als diejenige, die Prof. Higa beschreibt. Stellen die EM und ihre zahlreichen Einsatzmöglichkeiten sicherlich für sich bereits eine Revolution dar, so ist das dahinter stehende Prinzip die eigentliche Revolution: Die Konfrontation zweier scheinbar gegensätzlicher Prinzipien führt zu deutlich besseren Ergebnissen, als es mit Mikroorganismenstämmen, die nur Sauerstoff bilden oder die nur ohne Sauerstoff leben, möglich gewesen wäre!

Für manche mag dies überraschend sein - was häufig aus einem Begriffs-Mißverständnis herrührt. Der Begriff der Konfrontation oder das Konfrontieren wird von vielen Menschen mit Streit und Kampf assoziiert. Das Fremdwörterbuch zeigt jedoch eine ganz andere Bedeutung. Konfrontieren bedeutet danach, jemanden jemand anderem (oder einer Situation) gegenüberstellen, um einen Widerspruch oder eine Unstimmigkeit auszuräumen. Wenn Unstimmigkeiten ausgeräumt sind, ist Kooperation die natürliche Folge.

Mit der Anwendung dieses Wissens ist der von Prof. Higa benutzte Begriff der Revolution wahrlich gerechtfertigt! Denken Sie z.B. an unser Wirtschafts- und Geldsystem - die Beschäftigung (Konfrontation) mit seinen Unstimmigkeiten ohne Vorbehalte und Vorurteile führt zu Lösungen, die automatisch zur Kooperation der Menschen führen würden - würde man sie nur einführen (siehe meinen Info-Brief 1/2004).

Und auch im Bereich des persönlichen Lebens gilt dieses Prinzip: Nur dort, wo wir einem Problem, einer geistigen Haltung, einer erlebten Situation, einer erwarteten Schwierigkeit und / oder ihren Folgen nicht mit einer Haltung der inneren Gelassenheit und des ehrlichen Interesses begegnen können, entstehen Probleme: Der verdrängte, nicht konfrontierte Aspekt dieser Situation, seine negative Seite, wird sich unvermeidlich in unserem Leben manifestieren. Somit muss jede qualifizierte Therapie, jedes qualifizierte Coaching, den Klienten so mit dem sogenannten "Problem" konfrontieren, dass dieser es möglichst schnell innerlich gelassen betrachten kann.

An diesem Punkt geschieht etwas Erstaunliches: Der vermeindliche "Feind" wird zum "Freund"! Bei Menschen ist dies einfach zu verstehen - bei einem abstrakten Problem bedeutet es, dass man die positiven Seiten (z.B. "Was kann ich daraus lernen?") des Problems erkennt und analysiert.