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Info-Brief 1/2006 - "Lernt der Mensch nur durch Leid?"
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Jeder Mensch hat das Recht zu leiden ist eine der Standard-Redewendungen
eines früheren Freundes, und diese Aussage ist für mich weit weniger gnadenlos,
als sie zunächst erscheinen mag, verdeutlicht sie doch eine (scheinbar)
grundlegende Lebensweisheit:
Die meisten Menschen lernen nur durch Leid.
Um zu erklären, warum ich die Aussage nicht für gefühllos halte, muss ich zunächst
beschreiben, was "lernen" und "Leid" für mich in diesem Zusammenhang konkret bedeutet.
Lernen beschreibt für mich einen Vorgang, der Horizonte im Kopf öffnet, und
die Zone, innerhalb derer sich ein Mensch (noch) wohl fühlt, erweitert. Ein Beispiel:
Viele Menschen haben Angst davor, vor Gruppen zu sprechen, für nicht wenige ist
diese Angst sogar eine der Stärksten ihres Lebens. Wer aber gelernt hat,
vor Gruppen zu sprechen, für den verliert diese Angst ihre Bedeutung, sein
Raum, in dem sich der Mensch wohl fühlt, hat sich erweitert. Manche bezeichnen
dies auch als "Wachstum".
Leid ist ein Zustand, in dem wir versäumt haben, auf unsere innere Stimme,
die "Signale des Lebens", zu hören. Je länger wir etwas tun, was uns und unserer
individuellen Lebensaufgabe nicht entspricht, desto stärker wird das Unwohlsein,
bis es schließlich in Schmerz und Leid mündet.
Zusammengefasst bedeutet dies also: Menschen, die sich sträuben, ihren inneren
Signalen zu lauschen und ihr Leben entsprechend auszurichten, die erfahren Leid
und bekommen damit immer dringendere Signale, über ihr Leben und seine Richtung
nachzudenken. Es ist wie mit Menschen, die "versäumen", eine Rechnung zu bezahlen.
Nach einer freundlichen Zahlungserinnerung folgt eine kostenfreie Mahnung, eine
kostenpflichtige Mahnung, ein gerichtlicher Mahnbescheid und schließlich ein
gerichtlicher Beschluss und die Pfändung. Ähnliche Stufen durchläuft auch das
Leben, und mancher muss die gerichtlichen Maßnahmen in Form von körperlichem
Leid durchlaufen.
Nun stellt sich automatisch die Frage, ob es möglich ist, Leid zu vermeiden.
Viele Menschen sind guten Willens, aber durch Erziehung und widernatürliche
Bildungssysteme wurde ihnen von frühester Kindheit an abtrainiert, ihre innere
Stimme und damit ihre eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen.
Die Lösung liegt nach meiner Erfahrung darin, mit einem (nahezu beliebigen) Wunsch
zu beginnen. Wenn auch nur noch ein klein wenig Eigenwahrnehmung vorhanden ist,
so beinhaltet dieser Wunsch (in seiner letzten Quintessenz) die Richtung der
Lebensaufgabe.
Ein Beispiel aus meinem Leben: Vor Jahren habe ich die Humanpower-Seminarreihe
als extrem hilfreich auf dem Weg zu einem glücklicheren und zufriedeneren Leben
erfahren dürfen. Natürlich war es mir ein Bedürfnis, dieses Erlebnis weiter zu
geben, und ich strebte für mich volle Seminare an, um möglichst vielen Menschen
in ihrem Leben helfen zu können.
Nachdem ich nur zäh vorankam, begann ich ein Coaching,
um meine inneren Blockaden zu beseitigen - und siehe da, ein größeres Ziel kam
zum Vorschein: Über ein Buch könnte ich mehr Personen erreichen als mit
Coachings und Seminaren.
Es entstand im Jahr 2004 das Buch
Die Kraft
gelebter Visionen, ein Verlag war bald gefunden, und heute hat das Buch bereits
viel mehr Menschen erreicht, als ich mit Seminaren hätte informieren (und vielleicht
auch ein wenig transformieren) können.
Doch auch hier war meine Lebensaufgabe, meine (meinem bewussten Denken noch unbekannte
Vision) noch nicht ausgereizt: Der nächste Schritt stand an und ist derzeit in Form
eines Kinofilms in Arbeit: Quellen
der Kraft zeigt ungewöhnliche, hilfreiche, bereits in der Realität vorhandene
Lösungen für einige Lebensbereiche. Und diese Vision geht über diesen
einen Film hinaus, denkbar sind Filme über die Lösung der Arbeitslosigkeit, der
Staatsverschuldung und des Bankrotts der Sozialsysteme (die Wirtschaftsweisen kosten
die Bundesrepublik Jahr für Jahr einige Mio. Euro, ein entsprechender Spielfilm würde
einmalig eine Million Euro kosten), über natürliche Kraftorte, über verschiedene
andere Lebensbereiche (die ich hier noch nicht nennen möchte, aber meine Liste ist
in ständigem Wachstum begriffen).
Wohin es nach dieser Aufgabe gehen wird, kann ich noch nicht sagen, aber ich kann
mir gut vorstellen, dass dies noch nicht das Ende der Fahnenstange ist.
Meine Erfahrung ist also, kurz gesagt: Die intensive Arbeit an Zielen und Visionen,
teilweise unterstützt durch (professionelle) Hilfe zur Auflösung von geistigen
Blockaden, führt dazu, sich seiner Lebensaufgabe immer bewusster zu werden,
sich ihr mehr und mehr anzunähern. Und durch die Bearbeitung auftauchender
Hindernisse entsteht kein verkrusteter Zustand, dessen Andauern wir als "Leid"
bezeichnen. "Herausforderungen" bleiben natürlich nicht aus, aber der Streßfaktor
ist verhältnismäßig gering; im Gegensatz dazu fließt immer mehr positiver Energie
zu, die aus der zunehmenden Resonanz zwischen Lebensaufgabe und gelebter Realität
entspringt. Diese Energie hilft bei der Bewältigung der anstehenden Aufgaben und
zieht die richtigen und nötigen "Zu-fälle" ins Leben.
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